Der ehemalige Rallye-Weltmeister Colin McRae (39) ist möglicherweise in seiner Heimat Schottland ums Leben gekommen.
Ein Helikopter, der auf seinen Namen registriert war, stürzte am Samstag in der Nähe seines Wohnorts Lanark in ein Waldstück und brannte anschliessend aus. Beim Unglück starben vier Menschen. Die Identität der Opfer konnte noch nicht geklärt werden. Es ist aber anzunehmen, dass der lizenzierte Pilot McRae im Helikopter sass.
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Die Rallye-Welt trauert um Colin McRae. Der frühere Weltmeister ist am Samstag beim Absturz mit seinem privaten Hubschrauber in seiner schottischen Heimat ums Leben gekommen. Vor allem beim X-raid-Team im hessischen Trebur ist die Trauer groß, denn für die Truppe von Sven Quandt wollte der 39-Jährige im Januar die Dakar-Rallye bestreiten.
McRae war ein begeisterter Hubschrauber-Pilot und galt als sicherer Flieger. Warum der Helikopter am Samstag um 16.10 Uhr in der Nähe von McRaes Heimatstadt Lanark in Schottland abstürzte, blieb zunächst unklar, eine Untersuchung der Luftfahrtbehörde wurde eingeleitet. Zusammen mit dem Rallye-Piloten kamen alle weiteren drei Insassen ums Leben, darunter soll auch sein fünf Jahre alter Sohn Johnny gewesen sein. Die Maschine brannte nach dem Absturz aus. McRae hinterlässt seine Frau Alison und Tochter Hollie.
Die Fans liebten an McRae vor allem seinen spektakulären Fahrstil, bei dem er manchmal auch das Limit überschritt. Zahlreiche heftige Unfälle bescherten ihm den Spitznamen "Colin McCrash". Zugleich machte er als Star des erfolgreichsten Rallye-Computerspiels aller Zeiten, das in diesem Jahr in der sechsten Auflage erschienen ist, seinen Sport auch bei Kindern und Jugendlichen weltweit bekannt.
1985 wurde McRae als erster Brite Weltmeister
In seiner erfolgreichen Karriere hat der Schotte insgesamt 25 WM-Rallyes gewonnen und belegt damit in der ewigen Rangliste hinter Sebastien Loeb (33), Marcus Grönholm (30) und Carlos Sainz (26) den vierten Platz. 1995 wurde er im Subaru Impreza als erster Brite Weltmeister, zudem wurde er 1996, 1997 und 2001 Vize-Weltmeister. Bis 1998 fuhr McRae für Subaru, danach von 1999 bis 2002 für Ford und in seiner letzten kompletten Saison 2003 für Citroen. Im vorigen Jahr hatte er noch eine WM-Rallye für Skoda bestritten.
Nach seinem Abschied aus der Rallye-Weltmeisterschaft machte sich McRae, dessen Vater Jimmy fünfmal britischer Rallye-Meister war und wie auch Colins jüngerer Bruder Alister auch in der WM gefahren ist, auch bei der "Dakar" einen Namen. 2004 und 2005 holte er zusammen mit seiner schwedischen Co-Pilotin Tina Thörner, insgesamt vier Etappensiege. Zudem steht für das Duo ein Gesamtsieg bei der Baja Portalegre zu Buche. Gemeinsam meisterte das Duo bei der berüchtigten Dakar-Rallye auch schwierige Situationen, wie zum Beispiel 2004 einen zweitägigen Zwangsaufenthalt in der Wüste Mauretanien. Vor einigen Wochen waren McRae und Thörner bei der Baja Spanien erstmals wieder gemeinsam unterwegs, nachdem McRae bei X-raid die Nachfolge von Jutta Kleinschmidt angetreten hatte. Nach der für die Dubai-Rallye Ende Oktober geplanten Generalprobe wollten McRae und Thörner bei der nächsten Dakar im Januar 2008 wieder für Furore sorgen.